Eingeschlossen in Eis und Schnee

 

balkon im schnee montrealnicht ganz so, aber so ähnlich. Zurück in Kanada bei minus 3 Grad und viel Schnee habe ich mich echt auf meine Küche gefreut, ja auf meinen Luc man auch, klar. Der musste dann auch gleich wieder los nach Quebec und wollte am nächsten Tag wieder da sein. Leider hat er dabei beide Hausschlüssel mitgenommen. Er sagt „aus Versehen“, ich sage: „ne, näh?“. Ich konnte nun bis zum nächsten Tag nicht die Wohnung verlassen, weil ich keinen Hausschlüssel hatte.

Gut, solange ich meine Küche habe, ist es halb so wild, aber der Gedanke, die Wohnung nicht verlassen zu können, gab schon etwas SADO (Schweiß auf der Oberlippe) so hätte es Pauline jedenfalls abgekürzt.

Kein Vergleich allerdings zu meinem Nachbarn im Flugzeug nach Montreal. Ein 16 jähiger Junge (muss ich so sagen, weil er ein bisschen aussah wie Harry Potter) mit zu großer Brille. Er lebt in England, ist aber ursprünglich aus Syrien und besucht ein Internat, was er nicht verlassen darf. Er darf sich nur auf dem Gelände aufhalten. Am Wochenende werden sie in Gruppen mit Betreuung in die Stadt gebracht, um auch mal was anderes zu sehen.

Da sie von 7.30 morgens bis 18:00 Uhr in der Schule sind und auch Samstags Schule haben, gibt es früher Ferien und er kann mit Mutti und älterem Bruder Verwandte in Montreal besuchen. Er hat mir auch gleich seine kleine süße Armbanduhr gezeigt, eine kleine Rolex, „nicht so teuer“ wie er meinte, aber trotzdem kann man damit ein bisschen angeben. Dann kamen Erzählungen dazu wo er schon überall war und was ihn interessiert (mich allerdings nicht so). Aber wie auch immer, höfflich bis zum Abwinken, immer wieder kam das eigentlich typisch Kanadische „I am sorry“ zum Vorschein, z.B. wenn ihm seine Wasserflasche zum 90sten mal runterfiel oder er sich im Kabel seiner Ohrhörer verhedderte.

Zurück nach Montreal,  in unsere Wohnung! Also eingeschlossen vom eigenen Mann, machte ich mich auf die Suche nach Zutaten, um Kekse zu backen.

Zitronenkekse und Spekulatius waren möglich.

Zitronendoppelkekse

Zitronendoppelkekse

Zitronenkekse, ca. 60 – 70 Stück

  • 250 g Dinkelmehl (Vollkorn oder 1050) oder  120g Mandelmehl und 130g Dinkelvollkornmehl
  • 125 g Alsan oder veganes Fett
  • 100g Vollrohrzucker, ich habe Ahornzucker genommen, ist bei uns aus der Gegend
  • 1 Teel. Backpulver, ich nehme bio Weinsteinbackpulver
  • Vanille, Salz
  • 60 ml Zitronensaft oder auch etwas mehr
  • abgeriebene Zitronenschale von 2 Zitronen

Alle Zutaten zu einem Teig verkneten, abschmecken und evtl. nachsüßen. Den Teigklops eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Für mein Rezept habe ich Mandelmehl mit Dinkelvollkornmehl gemischt. Ich habe allerdings den Preis von Mandelmehl in Deutschland gesehen und wäre fast kollabiert. In Kanada zahle ich die Hälfte! Also es geht auch sehr gut nur mit Dinkelmehl.

In der Zwischenzeit habe ich den Spekulatiusteig  gemacht. Die halbe Menge reichte mir, unsere Gefriertruhe ist eh  noch ziemlich voll. Ich muss dringend ein paar Leute zum Essen einladen….

Die Zitronenkekse sollten Doppelkekse mit Zitronenfüllung werden – sind sie auch. Die Füllung war schnell gemacht und ging für eine Stunde in die Kühltruhe, damit sie etwas fester wird.

Zitronenfüllung

  • 150g – 160g Cashewkerne oder 1 cup
  • 100 ml Zitronensaft
  • 100 ml Ahornsirup oder andere Süße
  • evtl. noch etwas Wasser
  • 80 ml geschmolzene Kokosbutter, Kokosmus (wer auf Kokos verzichten möchte nimmt geschmolzenes veganes Fett)
  • Prise Salz

Alles in den Powermixer und zu einer homogenen Masse pürrieren. In eine Schüssel füllen und für eine Stunde in die Kühltruhe, damit es eine festere Konsistenz bekommt.

Ich habe für meine kleinen Doppelkekse eine tolle Backform gefunden. Es gibt aber auch hier wieder mehrere Optionen:

  1. den Teig vorsichtig zwischen Plastikfolie ausrollen und Kreise ausstechen. Geht, aber da hier keine Butter verarbeitet wird, ist der Teig sehr weich. Bisschen Gefühl und Geduld
  2. Haselnuss große Kugeln formen und platt drücken.
  3. den Teig in eine Form, wie Linzer Keksform , drücken und backen

Backofen auf 165 Grad C. und ca. 9-12 Min. backen. Jeder Ofen ist anders, das ist nur eine ca. Angabe. Ich habe die erste Ladung 12 Min. gebacken und alle weiteren nur 9 Min. Sie sind noch etwas weich, wenn sie heiß sind, aber kühlen schnell ab und werden knusprig zart.

Nun kann man die Kekse so essen oder noch füllen. Wie schon erwähnt war ich in unserer Wohnung eingeschlossen und konnte mir alle Zeit der Welt nehmen und die Kekse mit Zitronencreme köstlich lecker zusammensetzen.

Backfrom für Doppelkekse

Backfrom für Doppelkekse

Bei der dunklen Backform ist zu bedenken, dass der Teig schneller braun wird und evtl. weniger Zeit im Backofen verbringt.

Zitronen-Doppelkekse

Zitronen-Doppelkekse

Im Kühlschrank wird der Doppelkeks weich, fühlt sich aber mit der kalten Zitronencreme köstlich im Mund an. Ich bewahre meine Kekse in der Kühltruhe auf, dann kann ich sie nach Bedarf herausnehmen und mit relativ kurzer Auftauzeit als Halbgefrorenes verspeisen,  yummy!!

Die Spekus wie gehabt: bei 165 Grad C 15 – 20 Minuten backen

Spekulatius in der Silikonform von Lurch gebacken

Spekulatius in der Silikonform von Lurch gebacken

 

 

 

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2 Gedanken zu “Eingeschlossen in Eis und Schnee

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